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Pressemitteilung 01/26 - 12.01.2026

Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

Meta-Analyse der Universit?t Augsburg zeigt Lücken bei Kontrolle und Therapie

Menschen mit Diabetes und psychischen Begleiterkrankungen werden seltener leitliniengerecht medizinisch kontrolliert als Menschen mit Diabetes ohne psychische Begleiterkrankungen. Eine neue systematische ?bersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten von über 5,5 Millionen Menschen zeigt erhebliche Versorgungsunterschiede – mit potenziell gravierenden Folgen für die Lebenserwartung. Die an der 新万博体育下载_万博体育app【投注官网】izinischen Fakult?t der Universit?t Augsburg durchgeführte Metaanalyse ist im h?chst renommierten Fachjournal The Lancet Psychiatry erschienen.
Menschen mit psychischen Erkrankungen sind in puncto Diabetes-Management unterversorgt, z.B. beim wichtigen Erfassen des HbA1c-Werts (Langzeitzucker). Adobe Stock

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben multifaktoriell bedingt ein erh?htes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Sie werden bei bestehendem Diabetes jedoch nicht ausreichend medizinisch versorgt, wie eine internationale Studie unter Federführung der 新万博体育下载_万博体育app【投注官网】izinischen Fakult?t der Universit?t Augsburg nun zeigt.

In einer umfangreichen systematischen ?bersichtsarbeit und Metaanalyse werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten aus 49 Studien mit insgesamt mehr als 5,5 Millionen an Diabetes erkrankten Personen aus und fassten deren Ergebnisse quantitativ zusammen. Rund 15 Prozent, 840.000, dieser untersuchten Patientinnen und Patienten hatten zus?tzlich eine diagnostizierte psychische Erkrankung.

Erstautor und Leiter der Studie, die im Fachjournal The Lancet Psychiatry?erschien, ist Prof. Dr. med. Elias Wagner, Sektionsleiter für Evidenzbasierte Psychiatrie und Psychotherapie am Lehrstuhl und der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universit?t Augsburg. Es ist die erste wissenschaftliche Arbeit, die Diabetes Quality-of-Care-Indikatoren quantitativ zwischen Personen mit und ohne psychische Begleiterkrankungen vergleicht.

Deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für empfohlenes Monitoring

Das zentrale Ergebnis: Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten seltener die empfohlenen Diabetes-Kontrolluntersuchungen. Insgesamt war die Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine leitliniengem??e ?berwachung und Versorgung zu erhalten, um fast 20 Prozent geringer als bei Menschen ohne psychische Erkrankung.

Unterversorgt waren Menschen mit Diabetes und psychischer Erkrankung bei grundlegenden Ma?nahmen des Diabetes-Managements und der Pr?vention typischer Folgesch?den: beim Messen des umgangssprachlich Langzeitzucker genannten HbA1c-Werts, bei Augenuntersuchungen zur Früherkennung diabetischer Netzhautsch?den, bei Kontrollen von Fettstoffwechsel und Nieren und bei Fu?untersuchungen, um Nervensch?digungen dort frühzeitig zu entdecken.

Diese Versorgungsdefizite traten über verschiedene psychische Erkrankungen hinweg auf, darunter Depressionen, Schizophrenie, bipolare St?rungen und Suchterkrankungen.

Ungleichheit auch bei der medikament?sen Behandlung

Auch bei der medikament?sen Therapie zeigten sich relevante Unterschiede. Menschen mit psychischen Erkrankungen erhielten h?ufiger Insulin, hatten jedoch geringere Chancen auf moderne GLP-1-Rezeptoragonisten, die bei Typ-2-Diabetes den Blutzucker senken und das Herz-Kreislauf-Risiko reduzieren k?nnen.

Gerade dieser Befund ist aus Sicht der Forschenden besonders kritisch, da Menschen mit psychischen Erkrankungen ohnehin ein erh?htes Risiko für kardiovaskul?re Erkrankungen und eine verkürzte Lebenserwartung haben.

Strukturelle Hindernisse beseitigen

?Unsere Ergebnisse zeigen anhaltende Lücken in der Diabetesversorgung von Menschen mit psychischen St?rungen auf, die gezielte Ma?nahmen zur Beseitigung dieser Ungleichheiten erfordern“, sagt Studienleiter Elias Wagner. ??ber gezielte Interventionen hinaus unterstreichen die Ergebnisse auch die Notwendigkeit, grundlegende strukturelle und organisatorische Hindernisse anzugehen, um Pr?ventionsma?nahmen bezüglich der Diabetesversorgung in Hochrisikogruppen zu steuern.“

Wie genau die Versorgungsqualit?t verbessert werden kann, müsse mit weiteren Studien untersucht werden. ?Dazu bedarf es Strategien auf Systemebene“, erg?nzt Prof. Dr. Alkomiet Hasan, Lehrstuhlinhaber Psychiatrie und Psychotherapie. ?Strukturelle Barrieren im Gesundheitssystem sollten abgebaut und somatische und psychische Versorgung st?rker verzahnt werden.“ Dies sei individuell für jedes Land verschieden. Die vorliegende Studie hat Patientendaten aus den USA, Europa, Asien und Australien analysiert, die meisten aus den USA.

Die Studie

Disparities in diabetes treatment and monitoring for people with and without mental disorders: a systematic review and meta-analysis, Wagner, Elias et al., The Lancet Psychiatry, Volume 0, Issue 0.

www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(25)00332-3/fulltext

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