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Pilotstudie

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Logo der GROW Studie befindet sich in der Mitte der Abbildung. Au?enherum befinden sich vier Bild aus Augsburg, die Natur, Stadt und Verkehrsfl?chen zeigen
? Universit?t Augsburg

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"Kinder sollen gesund aufwachsen k?nnen."

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Die Gesundheit junger Menschen steht weltweit unter Druck. Die WHO beschreibt Gesundheit im Jugendalter nicht als festen Zustand, sondern als Prozess. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von K?rper, Psyche, sozialem Umfeld und Umweltbedingungen. Besonders in St?dten versch?rfen Klima- und Umweltver?nderungen bestehende Probleme und f¨¹hren zu zunehmenden gesundheitlichen Problemen und Ungleichheiten.

Viele aktuelle Zahlen zeigen, dass die Situation ernst ist. Weltweit leiden etwa 10¨C20 % der Jugendlichen an psychischen Erkrankungen, vor allem an Depressionen und Angstst?rungen. In Deutschland nehmen psychische Belastungen seit Jahren deutlich zu. Gleichzeitig sind viele Jugendliche von ?bergewicht betroffen: weltweit etwa 18 %, in Deutschland rund 15¨C20 %. Auch riskantes Verhalten spielt eine Rolle. Etwa 10 % der Jugendlichen in Deutschland haben Erfahrungen mit illegalen Drogen, rund 30% der 12- bis 17-J?hrigen geben an, in den letzten 30 Tagen Alkohol getrunken zu haben. Unf?lle geh?ren weiterhin zu den h?ufigsten Todesursachen im Jugendalter, besonders Verkehrsunf?lle.

Diese Entwicklungen machen deutlich: Gesundheit bedeutet mehr als ?nicht krank sein¡°. Sie wird von vielen Faktoren beeinflusst. Das sogenannte bio-psycho-soziale Modell beschreibt dieses Zusammenspiel aus k?rperlichen Faktoren (z. B. Gene oder Krankheiten), psychischen Faktoren (z. B. Gef¨¹hle, Verhalten) und sozialen Faktoren (z. B. Familie, Freundeskreis). Gleichzeitig zeigt sich, dass Gesundheit nicht statisch ist. Sie ver?ndert sich st?ndig und wird stark durch die Umwelt gepr?gt.

In St?dten lassen sich zwei wichtige Sichtweisen auf Gesundheit unterscheiden. Die eine richtet den Blick auf Risiken wie Hitze, Luftverschmutzung oder L?rm. Diese Faktoren k?nnen krank machen. Die andere Sichtweise konzentriert sich auf das, was Gesundheit st?rkt. Dazu geh?ren zum Beispiel Gr¨¹nfl?chen, gute Nachbarschaften, sichere Wege und Orte, an denen man sich gern aufh?lt. F¨¹r ein gutes Verst?ndnis von Gesundheit sind beide Perspektiven notwendig.

Gesundheit hat dabei verschiedene Seiten. Sie betrifft den K?rper, die mentale und seelische Verfassung, und das pers?nliche Wohlbefinden. Auch das eigene Verhalten spielt eine wichtige Rolle, etwa Bewegung, Ern?hrung oder der Umgang mit digitalen ÐÂÍò²©ÌåÓýÏÂÔØ_Íò²©ÌåÓýapp¡¾Í¶×¢¹ÙÍø¡¿ien.

Eine besonders wichtige Ressource in St?dten ist die Stadtnatur. Dazu z?hlen Parks, Stadtw?lder, G?rten, Spiel- und Sportpl?tze, Uferbereiche, Brachfl?chen, Stra?enbegleitgr¨¹n oder begr¨¹nte Geb?ude. Diese Orte k?nnen die Stadt abk¨¹hlen, die Luftqualit?t verbessern, zu Bewegung anregen und Treffpunkte f¨¹r soziale Kontakte sein. Studien zeigen, dass Natur Stress reduzieren kann, beruhigend wirkt, die Konzentration verbessert und negative Gef¨¹hle wie Angst oder Aggression mindert.

Dabei ist nicht nur wichtig, dass es Gr¨¹nfl?chen gibt, sondern auch wie sie gestaltet sind. Gut erreichbar, sauber, vielf?ltig, sicher und mit passender Ausstattung ausgestattet ¨C erst dann k?nnen sie wirklich zur Gesundheit junger Menschen beitragen.

Die beschriebenen Entwicklungen zeigen, dass die Gesundheit junger Menschen in St?dten vor komplexen Herausforderungen steht. Klimawandel, Umweltbelastungen und soziale Bedingungen wirken gleichzeitig auf K?rper, Psyche und Verhalten. Damit Kinder und Jugendliche gesund aufwachsen k?nnen, reicht es nicht aus, einzelne Risikofaktoren zu betrachten. Erforderlich sind ganzheitliche und interdisziplin?re Forschungsans?tze, die Umwelt, Gesundheit und soziale Lebenswelten gemeinsam in den Blick nehmen. Und genau das tut GROW; dieses Forschungsprojekt.

Pilotstudie 1

In der ersten Pilotstudie untersuchen wir Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, die im Stadtgebiet Augsburg leben. Ziel ist es, besser zu verstehen, welchen Umwelt-, Aktivit?ts- und Ern?hrungsbedingungen Jugendliche im Alltag begegnen und wie diese mit Gesundheit, Wohlbefinden und Belastbarkeit zusammenh?ngen.

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Erfasst werden vor allem typische Aktivit?ten im Tagesverlauf, wie Wege zur Schule und zu Freizeitorten, Aufenthaltsorte im Stadtraum, die Nutzung digitaler ÐÂÍò²©ÌåÓýÏÂÔØ_Íò²©ÌåÓýapp¡¾Í¶×¢¹ÙÍø¡¿ien sowie Ern?hrungsgewohnheiten von Jugendlichen. Wir m?chten herausfinden, welche positiven und negativen Einfl¨¹sse der Stadt auf junge Menschen einwirken. Dazu z?hlen die Gestaltung des st?dtischen Raums, die Wahrnehmung st?dtischer Orte hinsichtlich der Aufenthaltsqualit?t, die Fortbewegungsarten und ihre Qualit?t, die Nutzung von Essenangeboten wie zum Beispiel Take-away und Fast Food sowie die st?dtischen Umwelteinfl¨¹sse Luft-, L?rm- und Umweltverschmutzung und die Hitzebelastung im Sommer.

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Zur Analyse nutzen wir einfache medizinische Untersuchungen, die den allgemeinen Gesundheitszustand erfassen sowie Biomarkeranalysen, die Aufschluss zur Darmgesundheit, Zellalterung und Stresslevel geben. Daneben kommt ein digitales Ern?hrungstagebuch zum Einsatz, welches die Ern?hrungsgewohnheiten erfasst. Frageb?gen werden verwendet, um mehr ¨¹ber die Ern?hrungsgewohnheiten, die Nutzung digitaler ÐÂÍò²©ÌåÓýÏÂÔØ_Íò²©ÌåÓýapp¡¾Í¶×¢¹ÙÍø¡¿ien und das mentale Wohlbefinden zu erfahren. Ein GPS-Ger?t zeichnet die r?umlichen Bewegungsmuster auf, w?hrend ein Temperaturmessger?t das Innenraumklima zu Hause misst.

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Durch die Kombination von Aktivit?tsanalysen, Essgewohnheiten, Umweltmessungen, biologischen Daten und subjektiven Einsch?tzungen k?nnen Zusammenh?nge zwischen st?dtischer Umwelt, k?rperlichen Reaktionen und mentaler Gesundheit sichtbar gemacht werden. Ziel ist es, Risikofaktoren zu identifizieren, die gesundheitlich belasten. Gleichzeitig sollen sch¨¹tzende Faktoren erkannt werden, etwa "Wohlf¨¹hlorte", positive Aktivit?tsr?ume oder Angebote, die Gesundheit und Resilienz st?rken. Langfristiges Ziel ist es, gemeinsam mit Jugendlichen, Eltern, wissenschaftlichen, politischen, stadtplanerischen und gesellschaftlichen Akteuren, die negativen Einfl¨¹sse zu minimieren und die positiven Einfl¨¹sse zu st?rken.

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Als Aufwandsentsch?digung werden 40€ gezahlt, sowie hochwertige Trinkflaschen und Brotzeitdosen im Design der Universit?t Augsburg ausgegeben.?

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Pilotstudie 2

In der zweiten Pilotstudie liegt der Fokus auf jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren mit Wohnsitz in Augsburg. Ziel dieser Studie ist es, die kurz- und langfristige Wirkung von begr¨¹nten und angenehmen Stadtr?umen gegen¨¹ber stark bebauten, verkehrsbelasteten und l?rmintensiven Stadtr?umen auf kognitive Regulation und Top-Down-Kontrolle zu untersuchen.

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Die Untersuchung erfolgt experimentell mithilfe von Virtual-Reality-Methoden. Teilnehmende werden kontrolliert mit verschiedenen urbanen Szenarien konfrontiert (z. B. gr¨¹ne R?ume, versiegelte graue Umgebungen, unterschiedliche L?rmniveaus). Erg?nzend kommen standardisierte Aufmerksamkeits- und kognitive Kontrolltests sowie experimentelle Schmerz- und Stressparadigmen zum Einsatz, um umgebungsabh?ngige Unterschiede systematisch zu erfassen.

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Im Fokus steht dabei, wie sich st?dtische Umweltfaktoren, die stark von den unterschiedlichen sozio?konomischen und ?kologischen Strukturen der Stadtteile abh?ngen, auf kognitive Leistungsf?higkeit, Kontrolle, Stress und Suchtverhalten auswirken. Die Ergebnisse sollen evidenzbasierte Grundlagen f¨¹r gesundheitsf?rdernde Stadtgestaltung liefern, insbesondere im Hinblick auf die Gestaltung kognitiv positiv wirkender urbaner R?ume.

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